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QFS - Die QGIS-basierte ökologische Flächenstichprobe im Monitoring der Brutvögel NRWs

Aus LökPedia

In Kooperation der LökPlan Conze & Cordes GbR und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) NRW wurde mit der QFS (QGIS-basierte ökologische FlächenStichprobe im Monitoring der Brutvögel NRWs) ein Werkzeugkasten zur rein digitalen Bearbeitung einer Stichprobenfläche im Rahmen des ÖFS Brutvogelmonitorings in Nordrhein-Westfalen entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Übersetzung des in der ÖFS-Kartieranleitung vorgegebenen Arbeitsprozesses ins Digitale. Das Kernelement ist dabei eine GIS-Projekt-Vorlage, die Sie sowohl mit ihrem PC per QGIS als auch mit ihrem Android-Smartphone oder -Tablet per QField bearbeiten können.

Die QFS ermöglicht Ihnen damit eine vollständig ÖFS-kompatible Kartierung der Brutvögel per Smartphone/ Tablet im Gelände. Der gesamte Arbeitsprozess ist papierlos gestaltet, sodass Sie im Gelände nicht nur das Papier und Stifte sparen, sondern anschließend im Büro auf Knopfdruck ihre Artkarten generieren können, die Sie zur Abgrenzung der Brutreviere benötigen. Das Ergebnis können Sie anschließend direkt als GIS-Datensatz an das LANUV senden. Bei der Entwicklung wurde darauf geachtet, die Einstiegshürde auch für wenig erfahrene GIS-NutzerInnen möglichst niedrig zu halten.

In diesem Wiki-Artikel finden Sie daher u.a. eine reichlich bebilderte Schritt-für-Schritt-Einführung in die Nutzung des Tools. Nehmen Sie sich kurz Zeit, die nachfolgenden Inhalte aufmerksam durchzusehen und probieren Sie die beschriebenen Schritte bestenfalls direkt am eigenen Gerät aus.

Basierend auf dem Feedback der Kartierenden sowie den neuesten technischen Entwicklungen in QGIS & QFIELD hat es immer wieder Verbesserungen gegenüber der vorherigen QFS-Version gegeben. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuerungen können Sie im QFS-Changelog nachlesen.

Checkliste

Nachfolgend sind die wichtigsten Schritte des Projektablaufs als Übersicht zusammengefasst.

Vorbereitung
aktuelle, stabile QGIS LTR Version (3.44.11-Solothurn) auf dem Arbeits-PC installieren
aktuelle, stabile Version der App QField (mind. 3.6.8-Gondwana) auf das Geländegerät (Tablet/Smartphone) laden
bereitgestellten Projektordner herunterladen
Projektordner auf das Geländegerät kopieren
ggf. vor der ersten Kartierung nach Anleitung in diesem Wiki "Trockenübung" durchführen
Ersatzakku / Powerbank sowie Karte & Stift als Backup einpacken

Nach jedem Kartiergang
Sicherungskopie des QFS-Projektes mit den erhobenen Daten anlegen!

Auswertung & Abgabe
Daten nach Vogelart filtern & Brutreviere digitalisieren
Abundanzliste automatisch erstellen lassen, ggf. um Angaben der Durchzügler & Nahrungsgäste ergänzen und als Excel-Tabelle exportieren
Komplettes Projektverzeichnis ans LANUV senden

Voraussetzungen zur Nutzung des Erfassungs-Tools

Hier werden kurz die Anforderungen an Hard- und Software beschrieben, die Sie erfüllen müssen, um die QFS nutzen zu können.

Hardware

Zur digitalen Bearbeitung der ÖFS-Brutvogelkartierung benötigen Sie sowohl einen PC als auch ein Smartphone oder Tablet.

PC - Arbeitsplatz im Büro

Den PC benötigen Sie - sobald alle Kartierdurchgänge abgeschlossen sind - um Ihre Beobachtungen auszuwerten und die digitale Abgrenzung der Brutreviere vorzunehmen. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit sind dazu keine gehobenen Anforderungen zu erfüllen, die benötigte GIS-Software QGIS eignet sich auch für den Einsatz auf älterer Hardware. Solange auf ihrem PC ein aktuelles Betriebssystem läuft (Linux, macOS, Windows) wird auch QGIS darauf laufen.

Smartphone/ Tablet im Gelände

Das Smartphone oder Tablet benötigen Sie um damit im Gelände die Vogelbeobachtungen aufzunehmen. Ihr Gerät sollte mindestens unter der Android-Version 5 (Erscheinungsjahr 2014) laufen, damit Sie die benötigte App QField nutzen können. Empfohlen wird jedoch ein Gerät mit Android 9 oder höher.

Software

Für die digitale Kartierung Ihrer Stichprobenfläche benötigen Sie die freie und kostenlose GIS-Software QGIS und die dazugehörige mobile App QField.

QGIS

Falls noch nicht vorhanden, installieren Sie sich bitte QGIS nach den hier aufgeführten Installationsanweisungen. Für einen möglichst fehlerfreien Arbeitsablauf empfehle ich Ihnen die langfristige (stabile) und nicht die aktuelle (funktionsreichste) Version zu installieren. Das Projekt ist angepasst und getestet auf die aktuelle QGIS-Version 3.44.11 LTR (seit dem 29.05.2026 verfügbar). Sollten Sie momentan eine ältere QGIS-Version nutzen ist ein Update auf die aktuelle Version daher zwingend notwendig.

Für einen Windows-PC laden Sie sich beispielsweise die Installationsdatei im markierten Abschnitt herunter.

Sollten Sie das erste mal mit QGIS in Berührung kommen, empfehle ich Ihnen bei Interesse ganz generell einen Blick in das umfangreiche Benutzerhandbuch zu werfen. Da dieses Wiki jedoch auch einige Tutorial-Videos für Sie bereit hält, welche die für die ÖFS-Brutvogel-Kartierung notwendigen Schritte im Detail vorführen, ist das Studium des Benutzerhandbuchs im Rahmen dieses Projekts nicht unbedingt notwendig.

QField

Die App "QField für QGIS", die Sie zur Geländeerfassung benötigen, finden Sie hier im Google-Playstore. Um alle Funktionen des aktuellen Projektes nutzen zu können, verwenden Sie die stabile QField-Version 3.6.8-Gondwana (seit dem 07.07.2025 verfügbar) (nicht "QField for QGIS - Unstable") oder neuer. Auch für QField gibt es ein Benutzerhandbuch, aus dem ich Ihnen diese kurze Einführung in das generelle Bedien-Konzept ans Herz legen möchte. Alles weitere folgt an gegebener Stelle hier im Wiki.

Hinweis zur Verwendung auf Apple-Betriebssystemen und Linux: Der Fokus bei der Entwicklung der QFS lag auf den Betriebssystemen Windows und Android. QGIS ist jedoch auch für macOS verfügbar. Zudem ist QField auch in Apples Appstore für iOS verfügbar. Die QFS sollte auch somit auch mit Apples Hard- & Software ohne Probleme laufen. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir die QFS noch nicht auf allen Systemen im Detail prüfen konnten. Sollten die QFS auf ihrem mac und/ oder iPhone nutzen und unerwarteter Weise Probleme auftreten, melden Sie sich gerne bei uns damit wir gemeinsam eine Lösung finden können. Selbiges gilt zur Verwendung der QFS auf Linux-Systemen.

Download des GIS-Projekts

Nachdem Sie sich für die digitale Erfassung des ÖFS-Brutvogelmonitorings entschieden haben, bekommen Sie per Mail einen Download-Link zugesendet, welches alle notwendigen Dateien zur Bearbeitung Ihrer Stichprobenfläche enthält. Sollten Sie dieses noch nicht erhalten haben oder noch Ihre Entscheidung zur digitalen Kartierung mitteilen wollen, melden Sie sich gerne mit Angabe der zu kartierenden ÖFS-Fläche bei uns.

Ordner und Dateien des ZIP-Archivs

Nachdem Sie das ZIP-Archiv in ihr Arbeitsverzeichnis auf ihrem Rechner entpackt haben, finden Sie hier einen Ordner namens QFS_bv. Dieser enthält folgende Dateien:

  • QFS_bv.qgz: QGIS-Projekt zum Anzeigen und Bearbeiten der beiden im Ordner enthaltenen Geopackages mit Routinen zur Auswertung der erfassten Daten und Vorbereitung zur Abgabe
  • QFS_bv.gpkg: Geopackage mit der notwendigen Datenstruktur, Eingabeformularen und Symbologie zur Erfassung und Auswertung Ihrer Vogelbeobachtungen
  • Basiskarte.gpkg: Geopackage mit der auf Ihre ÖFS-Fläche zugeschnittenen Basiskarte
  • QFS_Logo.png: Logo der QGIS-basierten ökologischen FlächenStichprobe im Monitoring der Brutvögel NRWs

Die Arbeit im Gelände

In diesem Kapitel soll es darum gehen Ihnen das Kernstück der digitalen Geländeerfassung näher zu bringen - das QFS-Projekt, mit dem Sie im Gelände Ihre Daten erheben werden.

Struktur des Projekts & Kopieren auf Ihr Geländegerät

Öffnen Sie die Datei QFS_bv.qgz mit QGIS um sich mit dem Aufbau des Projekts vertraut zu machen.

Das Projekt beinhaltet folgende Layer:

  • Eigene Daten: In dieser Gruppe befinden sich alle editierbaren Layer
    • Geländeerfassung: In dieser Untergruppe befinden sich alle Layer zur Datenerfassung im Gelände
      • Vogelbeobachtungen: Punktlayer zur Erfassung all Ihrer Vogelbeobachtungen
      • Ortsbewegungen: Linienlayer zur Digitalisierung von Ortsbewegungen der beobachteten Vögel
      • Simultanmarker: Punktlayer zum Vermerk von Simultanbeobachtungen
    • Büroauswertung: In dieser Untergruppe befinden sich alle Layer zur anschließenden Auswertung der Geländedaten
      • Papierreviere: Polygonlayer zur digitalen Abgrenzung der Brutreviere
      • Abundanzliste: Tabelle, die in der Datenauswertung automatisch mit Angaben zu Brutrevieren befüllt wird
      • Begehungsliste: Tabelle, in der Datenauswertung automatisch die Kartiergänge aufgelistet werden
  • Basiskarte: Gruppierung für die Hintergundkarte mit den Layern Untersuchungsgebiet, AmtlicheBasiskarte und Luftbild
  • Referenzlisten: In dieser Gruppe befinden sich alle nötigen Hintergrundinformationen zur Erfassung und Symbolisierung der Daten
    • Referenzliste_Arten: Liste mit 282 Vogelarten (Kombination aus den bekannten ÖFS-Brutvogelarten sowie der Liste der Brutvogelarten des DDA). Die Liste ist individuell um zusätzliche Arten erweiterbar.
    • Referenzliste_Brutzeitcodes: Liste der Brutzeitcodes, die Ihren Daten automatisch zugeordnet und entsprechend beschriftet sowie symbolisiert werden
    • Referenzliste_Kartiergaenge: Liste der Start- und Enddaten der Kartierphasen sowie deren zugeordnete Farbe in der Symbolisierung


Neben den verschiedenen Layern beinhaltet das QFS-Projekt sechs vorbereitete Kartenthemen als zentrales Steuerelement für die verschiedenen Arbeitsschritte im Laufe einer digitalen Brutvogelkartierung nach ÖFS-Methodik. Die Kartenthemen haben jeweils eine Ziffer je nach angedachter Anwendungssituation vorangestellt und zwar eine "1)" für die Erfassung von Vogelbeobachtungen im Gelände, eine "2)" für nachträgliche Digitalisierungen von Vogelbeobachtungen und eine "3)" für die abschließende Auswertung und Abgrenzung der Papierreviere im Büro. Je nach Auswahl des Kartenthemas ändern sich bspw. Details in den Erfassungsmasken (bspw. welche Felder wie vorausgefüllt sind oder sichtbar sind) oder der Darstellung von Vogelbeobachtungen (bspw. Beschriftung mit Artkürzel während der Geländeerfassung oder mit Brutzeitcode während der Abgrenzung der Papierreviere). Folgende Kartenthemen liegen vor:

  • 1) Aktuelle Begehung: primär für die Geländeerfassung gedachtes Kartenthema; es werden nur die Vogelbeobachtungen des aktuellen Kartiergangs angezeigt.
  • 1) Alle Begehungen: primär für die Geländeerfassung gedachtes Kartenthema, ggf. für spätere Auswertungen/ Datenansicht im Büro hilfreich; es werden alle bereits erfassten Vogelbeobachtungen angezeigt.
  • 1) Vergangene Begehung: primär für die Geländeerfassung gedachtes Kartenthema; es werden alle Vogelbeobachtungen zurückliegender Kartiergänge angezeigt.
  • 2) Nachtrag aktuell: Kartenthema für die nachträgtliche Digitalisierung von Vogelbeobachtungen; es werden nur die am selben Tag erfassten Vogelbeobachtungen angezeigt.
  • 2) Nachtrag alle: Kartenthema für die nachträgtliche Digitalisierung von Vogelbeobachtungen; es werden alle bereits erfassten Vogelbeobachtungen angezeigt.
  • 3) Datenauswertung: Kartenthema für die abschließende Revierabrenzung mittels QGIS am Arbeitsrechner.


Das Projekt ist direkt bereit zur Übertragung auf das mobile Gerät, welches Sie zur Datenerfassung nutzen möchten. Hierzu kopieren Sie einfach den kompletten Ordner QFS_bv in den internen Speicher Ihres Smartphones/ Tablets.

Die Bedienung der QField-App im Gelände

An dieser Stelle wird davon ausgegangen, dass Sie sich die bereits zuvor erwähnte kurze Einführung in die grundsätzliche Bedienung von QField angesehen haben. Im Laufe des Textes werden die verschiedenen Bedienelemente noch einmal erwähnt, auf eine ganz grundsätzliche Einführung wird aus Gründen der Redundanz jedoch verzichtet.

Das Projekt in QField öffnen

Starten Sie zur Kartierung Ihr QFS-Projekt wie hier beschrieben bzw. wie im nachfolgenden Video gezeigt aus der QField-App heraus.

Erstmaliges Öffnen des im internen Speicher abgelegten QFS-Projekts in QField Version 2.0

Beim erneuten Öffnen von QField wird Ihnen das QFS-Projekt zuoberst unter "Zuletzt geöffnete Projekte" angezeigt. Alternativ finden Sie es, wenn Sie auf "Open local file" tippen und den Ordner "Importierte Projekte" auswählen.

Arbeiten Sie auf einem kleineren Bildschirm, empfehlen wir Ihnen zunächst über den schwarzen Menü-Button oben links und dort über das Zahnrad-Symbol in die Einstellungen zu wechseln und im Reiter "Allgemein" die Option "Attributformular im Vollbild"/"Maximized attribute form" zu aktivieren. Dies bewirkt, dass sich die Eingabemasken in der Vollbild-Ansicht öffnen. Die Eingabemasken sind so entworfen, dass im Vollbild-Modus auch auf Smartphone-Bildschirmen kein Scrollen mehr notwendig ist, sondern alle Parameter auf einen Blick zu sehen sind. Auf einem Tablet können Sie sich diese Option ggf. sparen und profitieren dann von der parallelen Karten- und Attributansicht.

Erfassen von Vogelbeobachtungen

Zum Eingeben einer Artbeobachtung müssen Sie zunächst über den schwarzen Button oben links das Menü öffnen und dort über den Schalter oben rechts aus dem Navigationsmodus (Kartensymbol) in den Digitalisierungsmodus (Stiftsymbol) wechseln. Als nächstes ist der Layer auszuwählen, in dem Sie ein neues Objekt anlegen möchten. In unserem Falle ist dies der Layer Vogelbeobachtungen. Sofern Sie einen Eingabestift (Touch Pen/Stylus) benutzen, tippen Sie mit diesem einfach an den Ort des beobachteten Vogels, um einen Punkt zu setzen. Ansonsten bewegen Sie mit den Fingern den Kartenausschnitt so, dass das Fadenkreuz am Ort des beobachteten Vogels liegt, und setzen mit dem grünen "+"-Button unten rechts einen Punkt an diese Stelle. Nach Setzen des Punktes öffnet sich die Eingabemaske.

Diese besteht aus drei Reitern, wobei Sie in aller Regel nur den ersten benutzen werden. Der zweite Reiter ermöglicht Ihnen ggf. das Erfassen von Ortsbewegungen oder Simultanmarkern. Der dritte Reiter, automatische Angaben, zeigt die an dieser Stelle bewusst nicht änderbaren Parameter Zusammenfassung, Brutstatus, Brutzeitcode, Zeitstempel der Beobachtung, Zeitstempel der Digitalisierung, Zeitstempel der letzten Änderung sowie Kartiergang Farbe (RGB) an.

Auf dem ersten Reiter Beobachtung sind standardmäßig die Felder

  • Stadium / Geschlecht mit dem Wert "Männchen"
  • Anzahl mit dem Wert "1"
  • Verhalten mit dem Wert "singend"

vorausgefüllt, sodass Sie bei den meisten Beobachtungen nur die Art ergänzen müssen.

Bei der ersten Beobachtung eines jeden Kartiergangs füllen Sie zudem das Feld Kartiergang mit der jeweiligen Begehungs-Nummer aus und aktivieren Sie zur Übernahme für alle weiteren Beobachtungen der QField-Session den grünen Haken hinter dem Eintrag (weitere Erläuterungen siehe unten).

Bei Bedarf können Sie im Bemerkungsfeld einen Freitext verfassen.

Die Artenliste stellt Ihnen 282 in Deutschland vorkommende Brutvogel-Arten zur Auswahl. Sie können eine Art über zwei Wege auswählen: Entweder Sie scrollen bis zur gewünschten Art die Liste hinunter und wählen diese per Fingertipp oder Sie beginnen einfach den Artnamen in das Suchfeld zu tippen. So verkürzt sich die Artenliste dank der Autovervollständigungs-Funktion schnell und Sie können sich das Scrollen sparen.

Sobald Sie eine Art ausgewählt und den Kartiergang eingetragen haben, färbt sich der obere Balken der Erfassungsmaske grün. Für Sie das Zeichen, dass nun alle Plausibilitätsbedingungen erfüllt sind und Sie die Eingabe per Tippen auf den Haken oben links bestätigen können.

Über das Auge rechts neben der Arteingabe gelangen Sie zum Attributformular der Vogelart in der Arten-Referenzliste. Hier finden Sie u.a. Angaben wie dem Artkürzel sowie verschiedenen IDs. Des weiteren finden Sie einen Web-Link zur Seite der Vogelart im Brutvogelatlas NRW, wo Sie bspw. Hintergrundinformationen zum Lebensraum und Verbreitungsgebiet der Art einsehen können.

Über das Auge rechts neben dem Kartiergang gelangen Sie analog zum Attributformular zum Referenzeintrag der jeweiligen Begehungs-Nummer und können bspw. die nach Kartieranleitung vorgegebene Kartierphase (Start- & Enddatum) einsehen, sowie ggf. einen erläuternden Vermerk bei Abweichungen von dieser verfassen.

Erfassen einer Vogelbeobachtung und Anzeige von Artinformationen

Hinzufügen noch nicht in der Referenzliste vorhandener Arten

Wollen Sie eine noch nicht in der Referenzliste vorhandene Art erfassen, tippen Sie auf das "+"-Symbol rechts neben der Arteingabe. Hierauf öffnet sich die Eingabemaske der Referenzliste und Sie können Ihre neue Art nebst eigenem Kürzel eingeben. Beide Werte müssen eindeutig sein, d.h. sie dürfen unabhängig voneinander noch nicht in der Referenzliste auftauchen. Da diese Liste auch zur Darstellung der Artkürzel auf der Karte verwendet wird, würde dies die doppelte Verwendung eines Kürzels für verschiedene Arten oder die Verwendung verschiedener Kürzel für eine Art bedeuten. Daher können Sie den Eingabe-Dialog nicht speichern, solange nicht beide der genannten Bedingungen erfüllt sind.

Erweitern der Referenzliste durch Hinzufügen einer neuen Art

Temporär eigene Vormerkungen für einzelne Parameter setzen

In allen Erfassungsmasken sehen Sie rechts neben den einzelnen Parametern noch ein kleines Kontrollkästchen. Sobald Sie in dieses ein Häkchen setzen, merkt sich die QFIELD-App den Wert des Parameters für alle folgenden Eingaben, bis Sie das Häkchen wieder entfernen.

Im Beispielvideo sehen Sie, wie ich so etwa schnell hintereinander mehrere warnende Buchfinken-Weibchen erfassen kann, ohne diese Parameter bei jeder Eingabe neu auswählen zu müssen.

Temporär eigene Vormerkungen setzen

Erfassen von Ortsbewegungen und Simultanbeobachtungen

Ortsbewegungen und Simultanmarker werden im zweiten Reiter Marker einer Vogelbeobachtung über entsprechende Verknüpfungen angelegt. Tippen Sie auf den schwarzen "+"-Button für Ortsbewegungen, befinden Sie sich automatisch im Digitalisiermodus des gleichnamigen Layers und können die Bewegung des beobachteten Vogels als Linienobjekt digitalisieren. Hierzu tippen Sie mit dem Eingabestift auf die Beschriftung des entsprechenden Fundpunkts bzw. positionieren durch Verschieben des Kartenausschnitts mit den Fingern das Fadenkreuz darauf und tippen auf den kleinen "+"-Button ganz unten rechts. Hierdurch haben Sie den Startpunkt der Ortsbewegung gesetzt. Setzen Sie nun weitere Stützpunkte, um die Flugbahn des Vogels nachzuzeichnen. Sobald Sie das Linienobjekt fertiggestellt haben, bestätigen Sie mit dem grünen Haken-Button und wählen in der Erfassungsmaske aus, ob Sie Start- und Landepunkt, nur eines von beiden oder aber einen überfliegenden Vogel beobachtet haben. Abschließend wählen Sie oben links den Haken aus.

Das Erfassen von Simultanmarkern funktioniert ganz ähnlich der Ortsbewegungen. Im Reiter Marker wird über den schwarzen "+"-Button der Digitalisiermodus für den Layer Simultanmarker aktiviert. Wählen Sie nun auf der Karte nicht den gerade digitalisierten Fundort, sondern einen zuvor aufgenommenen Vogel aus. Dies können Sie tun, in dem Sie das Fadenkreuz auf die zu markierende Simultanbeobachtung ausrichten und mit dem "+"-Button unten rechts bestätigen. In der sich öffnenden Erfassungsmaske besteht die Auswahl zwischen direkter (sicherer) oder vermuteter Simultanbeobachtung bzw. doppelter Beobachtung desselben Individuums. Abschließend wählen Sie wieder oben links den Haken aus. Danach wird das entsprechende Symbol berechnet und eingezeichnet, also etwa die Trennstriche für direkte Simultanbeobachtungen oder die gestrichelte Verbindungslinie für vermutete Simultanbeobachtungen. Auf diese Weise können Sie theoretisch beliebig viele Fundpunkte miteinander verbinden.

Ortsbewegung und Simultanbeobachtungen erfassen

Marker können auch nach Abspeichern einer Vogelbeobachtung noch aufgenommen, verändert oder wieder gelöscht werden. Wählen Sie zunächst die entsprechende Vogelbeobachtung aus, indem Sie im aktivierten Digitalisierungsmodus mit dem Finger kurz oder mit dem Eingabestift lang (sonst wird an dieser Stelle ein neuer Fundort digitalisiert) auf das entsprechende Objekt tippen. An der rechten Bildschirmseite öffnet sich eine Liste aller selektierten Objekte (dies dürfte nur eines sein, sofern die Punkte nicht dicht beieinander liegen). Durch Antippen einer Zeile wird in die Objektansicht gewechselt. Über das "A" mit dem Stift in der Kopfzeile gelangen Sie in den Editiermodus des Objektes. Nun können Sie nicht nur bei Bedarf die Eingaben der Vogelbeobachtung verändern, sondern auch im Reiter "Marker" nachträglich Ortsbewegungen und Simultanmarker aufnehmen, bestehende Marker durch Antippen auswählen und wiederum editieren, oder über das Mülltonnensymbol löschen.

Nachträgliches Hinzufügen, Editieren und Löschen von Markern

Bestehende Geometrien ändern

Zum Ändern von Geometrien tippen Sie im aktivierten Digitalisierungsmodus mit dem Finger kurz oder mit dem Eingabestift lang (sonst wird an dieser Stelle ein neuer Fundort digitalisiert) auf den entsprechenden Fundort und wählen ihn in der erscheinenden Auswahlliste aus. Über das Liniensymbol mit dem Stift in der Kopfzeile gelangen Sie in den Editiermodus der Geometrie.

Nun können Sie den Punkt mit Hilfe des Stützpunktwerkzeugs (Vertex Tool) unten rechts auf dem Bildschirm einfach auf der Karte verschieben und die neue Position mit dem Haken bestätigen.

Lage des Fundortes (Punktgeometrie) ändern

Erfasste Geometrien löschen

Zum Löschen einer bereits erfassten Vogelbeobachtung (bzw. einer Ortsbewegung oder eines Simultanmarkers) selektieren Sie den Fundort per Fingertipp (oder langer Berührung mit dem Eingabestift) auf der Karte. In der nun erscheinenden Liste Ihrer Selektion (anders als im Beispiel-Video können auch mehrere Beobachtungen gleichzeitig selektiert sein, sofern die Punkte dicht beieinander liegen) halten Sie Ihren Finger noch einmal lange auf den zu löschenden Eintrag. Daraufhin können Sie diesen über das Menü (3 Punkte oben rechts) durch Auswahl des Mülltonnen-Symbols ("Lösche ausgewählte Objekte") wieder aus der Datenbank löschen.

Beim Löschen einer Vogelbeobachtung werden die in Verknüpfung dazu angelegten Ortsbewegungen und Simultanmarker ebenfalls gelöscht!

Vogelbeobachtung und zugehörige Marker löschen

Tageskarten

Zugunsten der Übersicht werden Ihnen im Layer Vogelbeobachtungen in der Standard-Ansicht immer nur die Beobachtungen des aktuellen Kartiergangs angezeigt. Sollten Sie sich Beobachtungen der zurückliegenden Kartiergänge anzeigen lassen wollen, gehen Sie wie folgt vor: Wechseln Sie in das Inhaltsverzeichnis des Projekts und wählen Sie das Kartenthema 1) Alle Begehungen oder 1) Vergangene Begehungen aus. Nun finden Sie alle bisherigen Beobachtungen inklusive bzw. exklusive denen des aktuellen Kartierganges in einem Layer, wobei sich die Farbgebung aus den vorgegebenen Kartierzeiträumen der ÖFS-Brutvogelkartieranleitung (s. Anhang I Begehungsliste auf Seite 63) ergibt.

Beobachtungen zurückliegender Kartiergänge mit anzeigen lassen

Nachträgliche Datenerfassung

Sollten Sie einmal nachträglich Daten in das Projekt einpflegen wollen, können Sie dies ohne Weiteres in QField erledigen. Dazu müssen Sie nur beachten, dass der standardmäßig automatisch vergebene (und nicht editierbare) Datums- & Zeitstempel der Beobachtung im Kartenthema 1) Aktuelle Begehung nicht korrekt wäre. Deshalb ändern Sie bitte vor Eingabe Ihrer Daten das Kartenthema auf 2) Nachtrag aktuell (bzw. 2) Nachtrag alle, sofern Sie alle zurückliegenden Beobachtungen im Vergleich sehen möchten). Nun können Sie wie gewohnt beliebig Daten nachtragen. In der Erfassungsmaske der Vogelbeobachtungen erscheint im Reiter Beobachtung unten zusätzlich der Abschnitt Nachträgliche Digitalisierung - Datumsangabe notwendig, in dem das nicht editierbare Kontrollfeld nachträgliche Erfassung angezeigt wird und Sie den Zeitstempel der Beobachtung eingeben können.

Nachträgliche Datenerfassung ist im entsprechenden Kartenthema möglich

Allgemeine Hinweise zum digitalen Arbeiten im Gelände

Vorbereitungen eines Kartierganges

Vor der ersten Begehung mit dem neuen Erfassungstool rate ich Ihnen dringend sich einmal in einer "Trockenübung" mit der App vertraut zu machen. Legen Sie sich einfach eine Kopie des Projektordners an und starten Sie die Projektkopie mit der QField-App. Hier können Sie dann beliebig alle Funktionen testen und sich so die Eingewöhnungszeit im Gelände ersparen.

Darüber hinaus werden Sie je nach Konfiguration ihres Endgeräts evtl. feststellen, dass es sehr störend ist, wenn sich der Bildschirm bereits nach ein paar Sekunden – in denen Sie gerade einen Vogel beobachtet haben – automatisch abgeschaltet hat und Sie ihn immer wieder entsperren müssen. Um dies zu verhindern, stellen Sie in den allgemeinen Einstellungen Ihres Geräts eine längere Zeitdauer bis zum Abschalten des Bildschirms ein.

Dies kostet natürlich mehr Akkuleistung. Versuchen Sie daher ggf., ob sich die Bildschirmhelligkeit noch herunter regeln lässt ohne die Leserlichkeit einzuschränken, ob sich die QField-App auch im Energiesparmodus Ihres Geräts noch flüssig bedienen lässt und achten Sie unbedingt darauf mit einem vollen Akku in den Kartiergang zu starten. Zusätzlich bietet QField in den Einstellungen die Option den Bildschirm nach 20 Sekunden Inaktivität herunter zu dimmen. Packen Sie sich je nach Leistungsfähigkeit des Akkus sicherheitshalber auch einen Austausch-Akku (falls es das Gerät zulässt) oder aber eine geladene Powerbank ein!

Wenn Sie die GPS-Funktion von QField nutzen wollen, empfehle ich Ihnen in den GPS-Einstellungen Ihres Geräts den Energiesparmodus zu aktivieren. In der Regel reicht die Genauigkeit hier auch aus, um sich selbst zu verstandorten und den Kartenausschnitt automatisch "mitwandern" zu lassen.

Zur Sicherheit: Packen Sie bitte auch unbedingt noch eine Karte und einen Stift als Backup ein. Vermutlich werden Sie es nicht brauchen. Aber sollte die Technik doch einmal ausfallen, muss im schlimmsten Fall die Kartierung nicht abgebrochen werden!

Nachbereitungen eines Kartiergangs

Einer der ganz großen Vorteile der digitalen Arbeit im Gelände ist die Tatsache, dass die sonst für uns üblicherweise aufwendige Nachbereitung im Büro nahezu komplett entfällt. Ich empfehle Ihnen lediglich dringend nach jedem Kartiergang eine Sicherungskopie mit aktuellem Datum des Projektordners von Ihrem Geländegerät auf ein separates Speichermedium zu ziehen (Büro-PC, externe Festplatte, etc.). Es kann immer passieren, dass Sie ihr Smartphone/ Tablet verlieren, Sie sich einen Virus oder sonstigen Defekt des Gerätes zuziehen oder Sie aus Versehen Daten löschen. Was wäre schlimmer als gegen Ende der Kartiersaison alle Daten verloren zu haben!? Deswegen auf jeden Fall immer mindestens ein Backup machen! Zwei oder mehr an verschiedenen Orten schaden natürlich auch nicht. Nutzen Sie zur Sicherung an einem physikalisch separierten Ort gerne auch das Cloud-Verzeichnis, über das Ihnen Ihr Kartierprojekt bereitgestellt wurde. Sie finden den Projektordner mit Ihren aufgenommenen Daten in der QField Version 2.0 im internen Speicher Ihres Tablets bzw. Smartphones über Android > data > ch.opengis.qfield > files > Imported Projects.

Für die abschließende Datenauswertung kopieren Sie den kompletten Projektordner mit Ihren Vogelbeobachtungen der gesamten Saison von Ihrem Geländegerät zurück auf den Büro-PC.

Die Auswertung & Revierabgrenzung im Büro

In diesem Kapitel erfahren Sie alle notwendigen Schritte, um Ihre im Gelände erfassten Daten auszuwerten und zur Abgabe ans LANUV aufzubereiten. Dies beinhaltet unter anderem die Möglichkeit sich die eigenen Daten getrennt nach den einzelnen Arten anzusehen, Brutreviere zu digitalisieren sowie mithilfe von eigens erstellten Projektwerkzeugen auf Knopfdruck anhand der vorliegenden Kartierergebnisse eine Abundanzliste und eine Begehungsliste erstellen zu lassen sowie die angelegten Brutreviere und Abundanzliste zu exportieren.

QuereinsteigerInnen in die QFS, die Ihre Geländeerfassungen mit der NaturaList-App durchgeführt haben, folgen bitte zunächst der Anleitung zum Datenimport des NaturaList-Exports in die QFS. Bei Fragen zur ÖFS-Kartierung mit der NaturaList-App schauen Sie bitte in die entsprechende Anleitung vom DDA. Nach dem erfolgreichen Datenimport kann hier fortgefahren werden.

Grundlegendes zur Bedienung der QFS mit QGIS

Nachfolgend werden ein paar wichtige Handgriffe und "Kniffe" vorangestellt, die Ihnen die Arbeit mit QGIS zur Auswertung Ihrer Geländeerfassungen erleichtern, Fehler vermeiden helfen und den häufigsten Nachfragen vorbeugen helfen sollten.

Individualisierung der QGIS-Oberfläche

QGIS ist eine sehr leistungsstarke und funktionsreiche GIS-Software. Die dem Programm innewohnende Komplexität kann bei der ersten Nutzung sicherlich auch schnell einmal überfordern. Zum Glück ist QGIS jedoch auch eine stark individualisierbare Software, sodass Sie sich die Programmoberfläche auf Ihre Bedürfnisse anpassen können. Wir haben Ihnen eine Konfigurations-Datei erstellt, mit deren Hilfe Sie die QGIS-Oberfläche auf die für die QFS-Bearbeitung notwendigen Bedienelemente reduzieren können.

Die genannte Konfigurationsdatei können Sie hier herunter laden: Dateifreigabe QGIS_Interface_QFS_essentiell.ini

Zur Einrichtung dieser Konfigurationsdatei gehen Sie wie folgt vor:

  1. Klicken Sie in der Menüleiste auf "Einstellungen".
  2. Öffnen Sie das Menü zur "Oberflächenanpassung...".
  3. Setzen Sie im sich offnenden Fenster den Haken bei "Anpassungen einschalten".
  4. Laden Sie die bereitgestellte Konfigurationsdatei über das Ordner-Symbol ein, bestätigen Sie die Konfiguration per Klick auf "Anwenden" & "OK" und starten Sie QGIS neu. Nun sollte Sie eine stark vereinfachte QGIS-Oberfläche begrüßen.
Konfigurationsdatei für die QGIS-Oberfläche einladen.

Weitere Informationen zur Individualisierung der QGIS-Oberfläche können Sie der QGIS-Dokumentation entnehmen.

Auswahl von Kartenthemen

Wenn Sie im Nachgang an die Geländeerfassungen Ihr QFS-Projekt zur weiteren Auswertung auf den Arbeitsrechner kopiert haben, in QGIS öffnen und Ihre Vogelbeobachtungen nicht sehen, liegt dies vermutlich daran, dass Sie noch das "falsche" Kartenthema ausgewählt haben, bspw. "1) Aktuelle Begehung". Ähnlich wie in QField können Sie sich auch in QGIS je nach Bedarf durch die jeweiligen Kartenthemen schalten.

Die Kartenthemen-Verwaltung können Sie im Bedienfeld "Layer" (standardmäßig links im QGIS-Fenster zu finden) über das Augen-Symbol erreichen. Bei einem Klick auf das Auge öffnet sich ein Dropdown-Menü, welches unter anderem die Liste der vorbereiteten Kartenthemen enthält.

Auswahl von Kartenthemen in QGIS.

Wenn Sie alle Ihre Geländebeobachtungen in QGIS einsehen möchten, wählen Sie eines der Kartenthemen "1) Alle Begehungen" oder "1) Vergangene Begehungen". Nachträgliche Digitalisierungen von Vogelbeobachtungen können Sie über die Kartenthemen "2) Nachtrag aktuell" oder "2) Nachtrag alle" durchführen. Zur abschließenden Revierabgrenzung nutzen Sie bitte das Kartenthema "3) Datenauswertung".

Anzeige von Objektattributen

Damit sich im Modus Objekte abfragen bei Anklicken eines Einzelobjektes (beispielsweise einer einzelnen Vogelbeobachtung) direkt die Attributmaske mit allen erfassten Angaben öffnet, setzen Sie im Fenster Identifikationsergebnis in den Abfrageeinstellungen (Schraubenschlüsselsymbol) das Häkchen im Kontrollkästchen der Option Objektformular automatisch öffnen, wenn ein einzelnes Objekt abgefragt wird (siehe Abbildung). Ohne diese Einstellung bzw. bei Anklicken mehrerer Objekte muss die Attributmaske zum Anzeigen der hinterlegten Informationen eines Objektes im Fenster Identifikationsergebnis über Zusammenfassung > (Aktionen) > Objektformular anzeigen geöffnet werden.

Einstellung der Objektanzeige bei Einzelabfrage

Bearbeiten & Filtern von Daten

Ähnlich wie in QField müssen Sie auch in QGIS zur Bearbeitung innerhalb eines Layers darauf achten, dass Sie diesen zuvor in den Bearbeitungsmodus geschaltet haben. Dies können Sie entweder tun, indem Sie den jeweiligen Layer im Bedienfeld "Layer" markieren und darauffolgen in der Werkzeugleiste oben über das "Stift"-Symbol in den Bearbeitungsmodus schalten oder in dem Sie auf den Layer rechtsklicken und im Kontextmenü den Eintrag "Bearbeitungsstatus umschalten" auswählen. Sie können beliebig viele Layer gleichzeitig in den Bearbeitungsmodus schalten, jedoch immer nur im aktuell ausgewählten Layer digitalisieren. Während der Bearbeitungen sollten Sie Ihre Änderungen regelmäßig abspeichern und den Bearbeitungsmodus bestenfalls nur bei konkretem Bedarf aktivieren, um ungewollte Änderungen zu vermeiden.

Es ist besonders wichtig sicherzustellen den Bearbeitungsmodus zu deaktiveren bevor Sie ihre Daten filtern wollen, bspw. auf eine bestimmte Art oder einen Kartiergang. In QGIS ist bei aktiviertem Bearbeitungsmodus keine Filterung der Layer möglich. Dies ist daher etwas tückisch, da Sie hierzu leider keine Warn- oder Fehlermeldung von QGIS bekommen. Daher sollten Sie sich angewöhnen, den Bearbeitungsmodus immer zu deaktiveren, wenn Sie ihn gerade nicht unbedingt benötigen, vor allem aber vor dem Filtern eines Datensatzes.

Näheres zum Filtern findet sich an gegebener Stelle hier im Wiki, bspw. im Abschnitt zu den Artansichten.

Artansichten

Die im Folgenden beschriebene Vorgehensweise ermöglicht es Ihnen, sich am PC mittels QGIS Ihre Vogelbeobachtungen über alle Kartiergänge hinweg getrennt für die einzelnen Arten anzusehen. Diese Funktion können Sie jederzeit nutzen, um beispielsweise als Vorbereitung auf die letzten Kartiergänge noch zu klärende Reviere herauszufiltern. Spätestens für die abschließende Abgrenzung der Brutreviere werden Sie die Artansichten in jedem Fall benötigen.

Hierzu installieren Sie sich in QGIS bitte die Erweiterung Layer Group Filter. Wie Sie im Video sehen können, tun Sie dies über das Menü "Erweiterungen" indem Sie hier auf "Erweiterungen verwalten und installieren..." klicken. Stellen Sie sicher, dass Sie im sich nun öffnenden Fenster in der linken Spalte "Alle" ausgewählt haben. Nun geben Sie den Namen der Erweiterung in das Suchfeld ein, markieren sie und bestätigen die Installation mit einem Klick auf "Erweiterung installieren".

In Ihrer QGIS-Werkzeugleiste sollte nun das Icon für die eben installierte Erweiterung angezeigt werden. Mit einem Klick auf dieses Icon öffnet sich das Menü zum Filtern der im Projekt eingebundenen gruppierten Layer. Die anzuwendenden Filter sind für Sie in dem QGIS-Projekt bereits vordefiniert. Der Filter "nach_Art" ist voreingestellt. Über das Feld "Filter Value" sehen Sie nun alle von Ihnen erfassten Arten aufgelistet. Da die Art-Liste im LayerGroupFilter leider nicht alphabetisch sortiert ist, nutzen Sie am besten die enthaltene Autovervollständigung. Hierzu tippen Sie einfach die Anfangsbuchstaben in das Feld ein und bestätigen mit Enter sobald Ihnen der Artname angezeigt wird.

Über den Button "Replace Filters" können Sie nun den eingegebenen Artnamen als Filter setzen, sodass die Beobachtungen aller anderen Arten ausgeblendet werden. Um die Ansicht auf eine andere Art zu schalten geben Sie einfach einen anderen Artnamen in das "Filter Value"-Feld ein und klicken erneut auf den Button "Replace Filters". Um wieder alle Arten in einer Ansicht zu sehen, genügt ein Klick auf den Button "Clear Filters".

Hinweis: Gegebenenfalls müssen Sie QGIS nach der Installation der Layer Group Filter-Erweiterung einmal neu starten, damit die für Sie vorbereiteten Filter-Möglichkeiten korrekt von der Erweiterung verarbeitet werden können.
Erweiterung "Layer Group Filter" installieren

Kartenansicht "Datenauswertung"

Sobald Sie mit Ihrer letzten Begehung die Kartierung abgeschlossen haben, können Sie die nachfolgend erläuterten Schritte ausführen, um Ihre im Gelände erfassten Daten im Projekt auszuwerten. Im Kartenthema 3) Datenauswertung werden die automatisch zu Ihren Vogelbeobachtungen ermittelten Brutzeitcodes nach Vorgabe des European Ornithological Atlas Committee (EOAC) zur Darstellung der Qualität eines Brutnachweises genutzt. Die Darstellung ist darauf ausgelegt, dass Sie die Daten per Filter artweise zur Abgrenzung der Brutreviere ansehen. Daher werden nun auch nicht mehr die Artkürzel zur Beschriftung verwendet, sondern die für diese Ansicht hilfreicheren Kategorien A, B und C aus den Brutzeitcodes.

Der Layer Group Filter lässt Sie Ihre Daten ebenfalls auf einzelne Kartiergänge oder einen bestimmten Brutzeitcode filtern.

Brutreviere erfassen

Hinweis: Im Gegensatz zum aktuellen Stand der ÖFS-Kartieranleitung gibt es nicht mehr vier (A, B, C, D) sondern nur noch drei (A, B, C) Kategorien. Dies ist eine aktuelle Vorgabe von Herrn Grüneberg und resultiert aus dem Weglassen der nicht in den EOAC-Brutzeitcodes vorgesehenen ehemaligen ÖFS-Kategorie A für Nahrungsgäste. Dies ist für Sie insofern von Bedeutung, als dass Sie bei der in der Kartieranleitung unter Abschnitt 4.4 erläuterten Vorgehensweise jeweils eine Kategorie nach unten übersetzen müssen. Für die Abgrenzung eines Papierreviers benötigen Sie nun also

  • drei Beobachtungen der Stufe A oder
  • zwei Beobachtungen der Stufe B oder
  • eine Beobachtung der Stufe C

Mit Hilfe der QGIS-Erweiterung "Layer Group Filter" können Sie nun wie zuvor beschrieben die Artansichten durchschalten und - wie im Video exemplarisch gezeigt - nach den Vorgaben der ÖFS-Kartieranleitung die Papierreviere abgrenzen. Sie tun dies, indem Sie den Layer Papierreviere markieren und in der Werkzeugleiste über das Stift-Icon in den Bearbeitungsmodus umschalten. Über den nun sichtbar werdenden Button "Polygonobjekt hinzufügen" können Sie die Erfassung eines neuen Brutrevieres starten. Fahren Sie hierzu nun mit dem Fadenkreuz über ihre Karte. Sobald Sie sich einem Fundpunkt nähern, wird es sich daran fangen. Bestätigen Sie die Aufnahme ins aktuelle Revier per Linksklick. Fahren Sie in dieser Weise alle in das aktuelle Revier aufzunehmenden Punkte ab und schließen Sie das Polygon nach dem letzten Punkt per Rechtsklick ab. Es ist möglich, dass Sie ein Revier abgrenzen wollen, welchem nur ein oder zwei Beobachtungen zugrunde liegen (s.o. Stufe B oder C). Durch das Abfahren dieser Punkte kann kein flächiges Polygon erstellt werden, da eine Fläche aus mindestens drei Eckpunkten besteht. Erstellen Sie in diesem Falle bitte ein Polygon, welches die entsprechende(n) Beobachtung(en) umfasst.

Nach Fertigstellen des Polygons per Rechtsklick öffnet Sich das Eingabefenster für die Sachdaten. Das Feld für die Anzahl der Brutpaare können Sie in der Regel auf dem Vorgabewert 1 stehen lassen. Lediglich bei Brutkolonien, die Sie in einem Polygon erfassen, geben Sie hier einen höheren Wert für die tatsächliche Anzahl an Brutpaaren an.

Alle weiteren Felder im ersten Reiter der Attributformulars eines Papierreviers werden vollkommen automatisch für Sie ausgefüllt. So wird u.a. die Vogel-Art automatisch ermittelt, eine Übersicht über alle im Revier getätigten Beobachtungen erstellt oder die ÖFS-konforme Kennung generiert. In den beiden weiteren Reitern erhalten Sie zudem eine Auswertung zur Fläche und Lage des Reviers sowie eine Prüfung, ob das abgegrenzte Revier den Vorgaben aus der Kartieranleitung entspricht.

Sind für eine Art viele Reviere abzugrenzen, speichern Sie sicherheitshalber regelmäßig zwischendurch. Dies tun Sie über das Symbol mit dem roten Stift vor blauer Diskette.

Sobald Sie mit der Revierabgrenzung für eine Art fertig sind, schalten Sie bitte den Bearbeitungsmodus aus (gelbes Stiftsymbol) und speichern auf Nachfrage alle Ihre Änderungen ab. Dieser Schritt ist notwendig, damit die Erweiterung zum Filtern Ihrer Beobachtungen korrekt auf die Informationen zugreifen kann.

Filtern Sie nun nach der nächsten Art und fahren nach der beschriebenen Weise fort, um alle Papierreviere abzugrenzen. Haben Sie alle Papierreviere abgegrenzt, können Sie anschließend automatisch eine Abundanzliste nach vorgegebenem Muster (siehe Kartieranleitung Anhang 2) erstellen.

Abgrenzen der Brutreviere im Kartenthema "Datenauswertung" mit Filter nach Vogelart

Datenauswertung auf Knopfdruck

Zur Auswertung und Aufbereitung Ihrer Daten stehen Ihnen im Projekt zwei vorgefertigte Werkzeuge (Routinen) zur Verfügung. Sie finden diese im QFS-Projekt in der Werkzeugkiste (Zahnradsymbol), wenn Sie in der Liste der Verarbeitungswerkzeuge die Rubrik Projektmodelle erweitern.

Wichtig: Sollten Sie zwischenzeitlich die Layer umbenannt haben, führen Sie die Namen bitte wieder in die Ursprungszustände zurück - andernfalls kann das Projektwerkzeug nicht auf die entsprechenden Layer zugreifen. Legen Sie vor der abschließenden Auswertung ein letztes Backup Ihrer Kartierdaten an, indem Sie den gesamten Projektordner kopieren.
Projektwerkzeuge für Datenauswertung und -export

Abundanz- und Begehungsliste erstellen

Starten Sie die Routine Erstelle_Listen mit einem Doppelklick. Im sich nun öffnenden Fenster lesen Sie bitte zunächst die Beschreibung (rechts), legen - sofern noch nicht geschehen - eine Sicherungskopie des Projektes an, bestätigen dies mit der Checkbox, und starten Sie das Werkzeug mit dem Button "Start". Die Routine füllt nun die zuvor leeren Layer Abundanzliste und Begehungsliste auf Grundlage der von Ihnen ermittelten Daten.

Kontrollieren Sie die Ergebnisse durch Rechtsklick auf den Layer und Auswahl der Option "Attributtabelle öffnen". Per doppeltem Linksklick auf die Spaltenköpfe können Sie die Tabelle nach den jeweiligen Werten sortieren. Dies ist zum Beispiel hilfreich, um nicht auf Ihrer ÖFS-Fläche brütende Arten herauszufiltern und für diese die Angaben "Nahrungsgast" oder "Durchzügler" auszufüllen.

Alternativ können Sie je nach Vorliebe per Klick auf das Formular-Symbol unten rechts im Fenster zur Formular-Ansicht der Tabelle wechseln. In dieser können Sie sich durch die von Ihnen erfassten Arten Blättern, die Angaben kontrollieren und bei farblicher Hervorhebung der entsprechenden Felder ggf. ergänzen, ob es sich bei einer Art lediglich um einen Nahrungsgast oder Durchzügler auf der Fläche handelt.

In der Begehungsliste können Sie auf ähnliche Weise noch in der Spalte "Kartiergang" ggf. die automatisch ermittelten Kartiergänge durch den tatsächlichen Kartiergang (Angabe der Früh-, Haupt-, Spät- oder Nachtbegehung) korrigieren.

Listen automatisch erstellen und manuell nachbearbeiten

Datenexport

In der zweiten Routine zur Datenauswertung, LANUV-Export, werden Ihre Daten in die entsprechenden Dateiformate zur Abgabe ans LANUV exportiert. Auch hier lesen Sie bitte zunächst die Beschreibung und bestätigen dies mit dem Anhaken des Kontrollkästchens.

Abgabe Ihrer Kartierung ans LANUV

Haben Sie Ihre Bearbeitung abgeschlossen, können Sie das Ergebnis ans LANUV senden. Hierzu komprimieren Sie bitte nach Durchführung beider Routinen den finalen Projektordner QFS_bv (ohne ggf. existierende Zwischenstände oder Backups) und senden das ZIP-Archiv an Herrn Grüneberg.

FAQs

Sollten Sie nach Lektüre der hier angebotenen Informationen noch Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich gerne an Dominik Jablotschkin. Fragen, die für die Allgemeinheit interessant sein könnten, werde ich hier samt Antwort in einem FAQ aufführen.

Ich kann in QGIS meine Vogelbeobachtungen nicht mehr sehen, was kann ich tun?

Bitte stellen Sie sicher, dass Sie ein passendes Kartenthema ausgewählt haben und dass Sie keine aktiven Filter gesetzt haben.

Ich kann in QGIS meine Beobachtungen nicht mehr wie gewohnt auf bestimmte Arten oder Kartiergänge filtern, was kann ich tun?

Bitte prüfen Sie, ob Sie den Bearbeitungsmodus des zu filternden Layers deaktiviert haben, bevor Sie filtern. Zudem setzen Sie im "LayerGroupFilter" den Filter über die Buttons "Clear Filters" und "Reload" zurück.

Zurücksetzen des Layer Group Filters.


Weitere Informationen zum Filtern finden Sie in der QGIS-Dokumentation.

Wie kann ich den Projekttitel ändern, mit dem mir das Projekt in QField (bspw. in der Liste der zuletzt geöffneten Projekte) angezeigt wird?

Sollten Sie mehr als eine ÖFS-Fläche kartieren, ist es hilfreich den Projekttitel zu ändern, da dieser nicht flächenspezifisch ist. Bei der Auswahl der zuletzt geöffneten Projekte in QField sind alle QFS-Projekte unterschiedlicher Flächen vorerst gleich betitelt. Dies können Sie ändern, indem Sie wie in der folgenden Abbildung gezeigt in QGIS über Projekt > Eigenschaften > Allgemein den Projekttitel um die entsprechende Flächenkennung ergänzen.

Anpassung des Projekttitels in den Projekteigenschaften in QGIS.